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Jürgen Schneider!






 

 

 

 

 

 

 

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             Text und Fotos :Jürgen Schneider

1.Geschichte: Erna
2.Geschichte: ...was nach Erna kam
 ..........was nach Erna kam

 

Alles was nach der Erna kam!

 

Hier noch mal in Kurzfassung von  meiner im Frühjahr 2008 erlebten Amselstory:  
-  Die Amseldame baut in 2 Tagen das leicht angefangene Nest fertig.
-  Legt innerhalb von 5 Tagen 5 Eier.

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  Beginnt nach dem 4. Ei an zu brüten.
-  Der Amselmann wird von Elstern tot gebissen und ich bin eingesprungen.
- Nach 12 – 13 Tagen schlüpfen die Küken, bis auf Elvis, der kam 2 Tage später.

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Nach 12 – 13 Tagen flüchten die jungen Amseln aus dem Nest und werden von den Amseleltern bis    zur Flugfähigkeit weiter gefüttert, im Normalfall,  bis auf Elvis, der hat 15 Tage gebraucht. -   Gefressen werden meist Regenwürmer, Mader, Käfer….die meist im Schatten gesucht werden.
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Unter den Vögeln sind Elstern die schlimmsten Feinde. Elstern rauben die Eier, die Küken und selbst ein Wurm im Schnabel der Amselmama wird versucht zu erbeuten. Wie man so was zum Singvogel erklären kann, ist vielen Menschen unbegreiflich.
Ich habe erlebt, wie es eine allein erziehende Amsel mit der Hilfe von Menschen geschafft hat, vier Junge bis zur Selbständigkeit groß zu ziehen.

Das waren sechs lehrreiche, interessante aber auch anstrengende Wochen für mich und ich bin jetzt auch ganz froh darüber, dass auf meinem Balkon, den ich ab jetzt wieder Loggia nenne, wieder Ordnung einzieht.

 

Nachdem die Loggia gesäubert und aufgeräumt war, die Kotreste von Elvis  beseitigt wurden, trat erst mal Ruhe und Ordnung, nicht nur in der Loggia sondern auch in meinem Leben, ein.  

Amseln betreuen war eine Vollzeitbeschäftigung. Durch Händeklatschen oder Plastikklapper die immer dreister werdenden Elstern zu verscheuchen , die Zwischenfütterungen mit der Pinzette, wenn Erna auf Futtersuche war, die Dokumentierung mit der Digitalkamera und vor Allem die Sorgen, die ich mir gemacht habe, wenn ich am Tage zwei Stunden außer Haus war, haben doch etwas an der Substanz gezehrt.  

Doch ein paar Wochen später habe ich mir eben diesen erlebten Zustand für den nächsten Frühling zurückgewünscht. Das heißt, ich bin wieder bereit für eine erneute Amselrunde. Doch soll diese Runde anders verlaufen, soll besser vorbereitet werden und vor allem dürfen die gemachten Fehler nicht mehr auftreten. Man hat ja dazugelernt.
 

Deshalb habe ich mir einiges vorgenommen, damit wieder ein Amselpaar auf meiner Loggia brütet.: 
 

- Die Loggia, die ich ab jetzt wieder Balkon nenne, wird mit noch mehr  Tannengrün und einer  Konifere dekoriert und gelb werdende Äste werden im Frühjahr durch Birkengrün ersetzt.

Damit habe ich in der Vorweihnachtszeit bereits angefangen.  Die Vase mit den Tannenzweigen steht jetzt nicht mehr mitten auf dem Balkon sondern an der Nordwand. Dadurch kann das Nest noch besser getarnt werden und den Elstern damit die Möglichkeit genommen werden, selbst von den hohen Bäumen aus das Nest zu erspähen.  Ob das so geht, wird sich erst  Ende März herausstellen.

- Die Überwachung mit Kamera soll aus der Nähe erfolgen damit größere Fotos und Filme entstehen können. Das lässt sich vom Toilettenfenster aus realisieren, so dass dann ein Abstand Nest-Kamera von nur ca. 50 cm, zustande kommt.  Die Aufzeichnungen werden dann auf eine 500 GB große Festplatte gespeichert. Mit einem Programm zum Filme schneiden wird dann ein Tierfilm entstehen.

 - Die Elstern werden konsequent von Anfang an vertrieben. Letztens habe ich die Gefahr zu spät erkannt. Da war aber leider der Amselmann schon tot.  

- Sollte es nochmals vorkommen, dass Jungvögel mit der Hand aufgezogen
werden müssen, so stehen nicht nur Mehlwürmer, die in großen Mengen
nicht verabreicht werden dürfen, sondern auch Beo- Weichfutter, Regen-
Würmer mit Erdanteilen, lebende Raupen und Insekten, lebende
Drohnenbrut vom Imker , sowie gehacktes Rindfleisch, auch Ameiseneier und Spaghetti, zur Auswahl.  

- Ein Nistkasten wird gebaut.  

Die Vogelwiese   

Es ist einiges geschehen auf der Wiese vor meinem Balkon, nachdem die Amsel Erna ausgeflogen ist
um ihre nächste Brut, vielleicht im dichten Gebüsch hinter dem Häuserblock, groß zu ziehen.

Etwa 4 Wochen später sehe ich eine Amseldame, wie sie mindestens zwei Minuten genau an der Stelle reglos verharrte, wo der tote Alfred lag, nachdem ihn Elstern getötet hatten. Der neue Gemahl dagegen hüpfte quirlig über die Wiese während Sie Andacht hielt.

Drei Monate später hat sich dann das Gleiche noch einmal ereignet. Das kann doch kein Zufall sein oder ist hier die Phantasie mit mir durchgegangen?

Diese Beobachtungen waren so kurios, dass ich danach den Notizblock in Reichweite liegen hatte.

8 Wochen später, im Juli sind dann auf der frisch gehauenen Wiese ca. 100 Stare zu beobachten.

Einen Tag später das gleiche Spiel. Als die Stare sich verflogen hatten kam eine Schar von etwa 40 Sperlingen. Einige davon wurden von ihren Kindern bebettelt, was auch ab und zu zum Erfolg führte.

Im September beobachtete ich, wie ca. 90 bis 100 Stare mehrere Tage um die gleiche Zeit die Wiese bevölkerten. Das war vielleicht eine Sammelaktion für den kommenden Zug in den Süden. Im Oktober
großes Geschrei über der Wiese. Zwei Eichelhäher und drei Elstern schimpfen fürchterlich und versuchen mit Tiefflugattacken eine kleine Katze, die im hohen Gras liegt, zu vertreiben. Das Gekrächze der Eichelhäher etwa eine Oktave höher als das der Raben hört sich grauenvoll an. So schön, wie die Eichelhäher auch aussehen, so schrecklich klingt ihr Gekeife.

Amseln kommen seltener, jedoch hat sich der Alfred-Gedenktag ein drittes mal wiederholt.

Ein Amselmann verkriecht sich genau an der Stelle im Gesträuch, wo das letzte Amseljunge, genannt „Elvis“ bis zur Flugfähigkeit versteckt wurde.

Im November bei 8-12 ° C, die Erde ist noch weich und Amseln, Eichelhäher und Elstern finden noch genügend Würmer in der Erde, und vertreiben sich in unterschiedlicher Reihenfolge von der Würmerwiese.

 

Ja, da war einiges los vor meinem Balkon und jetzt im Dezember nehme ich mir Zeit für einen Nistkasten.

Der Nistkasten

Am Anfang war die Idee, einen Nistkasten zu bauen, wie er im Internet für Amseln angeboten Wird. Aber das wäre ja zu einfach gewesen.  

Da kam mir die Idee, meine Guitalele, die durch zu vieles herumbasteln und feilen nicht mehr bespielbar war, zu einem Nistkasten umzugestalten. Kurz, ich hatte sie kaputtgetunt und für diesen Zweck sollte sie geopfert werden.

Mit einer Zeichnung fing dann alles an. Sperrholz und Guitalele wurden angezeichnet und ausgebohrt und zurechtgesägt. Danach wurde der Plan noch etwas umgestellt. Die Seitenteile waren zu groß und die Gitalele musste nach hinten geöffnet werden, da der Amselschwanz beim Brüten über dem Nestrand ragt. Auch für die Videokamera sollte ja genügend Sicht entstehen.

Die ganze Bastelei erfolgte in kleine Abschnitten und hat etliche Tage gedauert.  
Mitte Dezember 08 habe ich dann den Balkon nach meinen Vorstellungen mit viel Tannengrün und Schilfstangen dekoriert, so dass der Nistkasten bestens getarnt ist.  

Tarnung klappt, Beleuchtung klappt und  die Kamera kann das Geschehen auch recht gut erfassen.
Mit der Hoffnung, das Mitte März 09 ein Amsrich  kommt, den Platz begutachtet, für geeignet einstuft und seine Amseldame damit überzeugen kann, bin ich tüchtig gespannt auf den nächsten Frühling.  

Am 28.12.08, der Balkon ist noch mit Festtagsillumination ausgestattet zeichnet sich schon ein kleiner Erfolg ab. 09.00 Uhr sehe ich, wie eine Amsel es sich auf dem Balkon zu schaffen macht. Vielleicht werden die Informationen über den kleinen Balkonbusch bis in den März hinein im Amselhirn gespeichert!

 

 

 

Mitte Januar, wieder ein vager Versuch eines Amsrichs vom Kastanienbaum auf die Balkonbrüstung, die Option, künftiger Nestbau, zu speichern.

Langsam naht der Frühling

Gestern noch konnte man denken, der Frühling kommt und ca. 25 Krähen mit ihren halbwüchsigen Kindern tummeln sich auf der Wiese und schleppen Nuß große Stücke davon. Heute am 11.02.2009, ab 06.00 Uhr überrascht mich eine geschlossene Schneedecke mit Temperaturen um die null Grad.

Ein Amselmann sucht auf meinem Balkon, wird fündig und sucht die nächsten Futterplätze ab.

1.März

Meteorlogischer Frühlingsanfang, die Temperaturen gehen in die Plusgrade, die Vögel trällern intensiver und der Balkon wird, meist durch Amselmänner, beobachtet. Und das mehrmals täglich.

Eine Episode möchte ich an dieser Stelle einfügen: Ich gehe auf den Balkon, ohne die Bäume und den Himmel abzuspähen, um Wäsche aufzuhängen. Plötzlich werd ich vom Kastanienbaum aus von einem Amselpaar fürchterlich ausgeschimpft. Hier konnte ich erstmals den Warnruf für Bodenfeinde erleben.

Bei Beobachtungen habe ich bisher vier verschiedene Amselstimmen feststellen können:

1.) Der Revierruf
2.) Der Warnruf für Feinde in der Luft
3.) Der Warnruf für Bodenfeinde und
4.) Der Triumphruf – Das sind Klänge, die unter die Haut gehen, die unheimlich melodiös, und doppelt so laut  wie der Revierruf sind.

Diesen Ruf habe ich bis jetzt nur einmal wahrnehmen dürfen, nachdem der Amselmann im letztem Jahr die  5  gelegten Eier seiner Frau  im Nest bewundert hatte.
 
Ich werde also zur Zeit mit Hund und Katze auf eine Stufe gestellt.

NOCH!

Auch wenn es noch etwas kalt draußen ist, wird der Balkon beobachtet. Da sitzt ein Amselmann mindestens 30 Minuten auf der Wiese neben einem Strauch, plustert sich auf und stiert auf den Balkon.

Ich habe beobachtet, dass das auch eine Schlafstellung ist. Durch die Aufplusterung hält sich die durch Körperwärme erwärmte Luft, warm und kann durch die Deckfedern schlecht entweichen. Prinzip Schlafsack, so zu sagen.
Jetzt ist für mich auch die Frage, wo sich  die Amseln in der Nacht und in den Wintermonaten aufhalten, geklärt. In der Stadt lassen sie sich zu diesen Zeiten recht selten sehen.
Sie verziehen sich in den Wald, in buschreiche Gegenden, in Parks, und kommen erst wieder, wenn es frühlingsmäßig warm wird. Letztes Jahr sind sie am 16.März gekommen, haben auf meinem Balkon den Nistplatz festgelegt und nach 10 Tagen Mistwetter dann in zwei Tagen das Nest fertig gebaut. Am 1. April lag dann das erste Ei im Nest.


Und wie es weiter geht, das ist eine neue Geschichte    ...................demnächst hier zu lesen