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1.Geschichte: Erna kommt
2.Geschichte: ...was nach Erna kam

Erna kommt
- Dass ich das noch erleben darf ! –
Meine kleine 2- Raum- Wohnung mit 40 m² besitzt eine kleine Loggia, die ich
der Einfachheit halber ab jetzt Balkon nenne, der über den Winter mit
Tannenzweigen dekoriert wird. So auch diesen Winter 07/08. Eine große
braune Vase mit reichlich Tannenzweigen hat es im Frühjahr, genau am
16.03.2008, einem Amselpaar angetan.
Zuerst war da nur der Amselmann, den ich ab jetzt Alfred, nenne. Alfred
inspiziert meinen Balkon und findet meine Wintervase geeignet, seiner
Amselfrau, die ich ab jetzt Erna nenne, diese Stelle als Nistplatz
vorzuschlagen.
Alfred mit seinem orangegelben Schnabel und den gleichfarbenen Augenringen
hat auch gleich selbst angefangen mit ein paar Zweigen den Grundstein für
das neue Nest zu legen.

Frühmorgens
am nächsten Tag kann schon erkannt werden, dass sie es ernst meinen und die
Mitte der Wintervase nimmt schon leichte Nestformen an.
Dann folgte
ein zehntägiges Mistwetter mit Regen und Schnee und Temperaturen um die null
Grad. Keiner ließ sich sehen und ich dachte schon – das war’s nun -.
Doch dann kam
der 30.03.08, die Sonne kommt raus, beide inspizieren das Nest und bauen
weiter.
Innerhalb von
zwei Tagen hat Erna dann das Nest aus Krautstengeln, Stroh, Grashalmen,
altem Laub und Moos allein fertiggestellt.
Danach 3 – 4
x Probesitzen.
Dann gleicht
ein Tag dem anderen. Gegen 10.30 Uhr besetzt Erna das Nest, legt bis 14.00
Uhr ein Ei, fliegt weg, kommt kurz wieder und wird dann erst am nächsten Tag
für das nächste Ei gesichtet.
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Und
das läuft vier ganze Tage so ab und Alfred bewacht das Ganze, manchmal,
meist vom Baum aus. |
| Erst
nach dem 4. Ei geht das Brüten los. Dabei legt sie noch ein fünftes Ei
dazu. |
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Das Gelege
von Erna besteht somit aus 5 Eiern die bläulichgrün sind und viele feine
Flecken von hellbrauner Farbe haben.
Erna brütet jetzt Tag und Nacht, und wenn sie mal das Nest verlässt, und das
kommt schon am Tage alle zwei Stunden vor,
wird Alfred in nächster Nähe gesichtet.
4 - 5x am Tag
gewöhne ich die Vögel durch das Aufmachen der Balkontür, um evtl. ein
Handtuch aufzuhängen, an meine Präsents.
08.04.2008 – Vierter Bruttag – Erna fliegt alle paar Stunden kurz
davon, um sich zu entleeren und etwas zu futtern und weiter geht die Brut.
Gestern habe ich mehrmals beobachtet, wie in dieser Zeit , Alfred, vom Baum
aus das Nest bewacht.
Bisher habe ich nur einmal gesehen, wie Alfred direkt am Nest auf die
Rückkehr von Erna gewartet hat.
Ich gewöhne sie langsam an mich, muß ja schließlich meine Wäsche auf den
Trockner hängen.
Nach dem
Wäschewaschen langsam die Balkontür geöffnet und leise vor mich hin
gesprochen. Und dann ganz vorsichtig aus der Bücke die Wäsche auf den
Trockner , der sich nur 50 cm vom Nest befindet, gehangen.
Erna ist
nicht weggeflogen!
6. Bruttag:
Alfred kommt
jetzt öfters direkt das Nest bewachen, wenn Erna ihre Pinkelpause einlegt.
Und das geht
genau so:
Zwei Minuten
nachdem Erna abgeflogen ist, fliegt Alfred auf den gegenüberliegenden
Kastanienbaum und beobachtet das Nest. Sie müssen sich unterwegs
abgezwitschert haben.
Nach einer Minute fliegt er auf das Nest, hält am Nestrand reichlich drei
Minuten Wache und fliegt weg. Im gleichen Augenblick kommt Erna, kuschelt
sich auf das Gelege und weiter geht die Brüterei. Die Ablösung hat nicht mal
eine Sekunde gedauert, wonach sich Alfred sofort aus dem Blickfeld entfernt.
Bin ja
gespannt, was passiert, wenn die Jungen geschlüpft sind? Hoffentlich kommt
es dazu!
Ich bin immer
noch ganz aufgeregt beim Schreiben dieser Zeilen.
Dienstag, 15.
April 2008,
ich schaue 08.45 Uhr durch meine Balkontür und sehe, wie Erna plötzlich
davonfliegt und sich sofort eine Elster auf das Nest setzt. Ich reiße die
Tür auf, die Elster fliegt auf den Nussbaum, Erna lässt sich auf einen
Nahkampf ein und vertreibt dadurch die Elster.
Das war
knapp.
Mit einem
dreiminütigen – Tjück, tjück, tjück ...., lässt sie nun ihren Frust in die
Welt hinaus und setzt sich wieder auf das Nest als wäre nichts geschehen.
Und wo ist Alfred? Jetzt weiß ich auch warum meine Erna die letzten Tage
etwas unruhig auf dem Nest gesessen hat. Wir sind von Elstern ausgespäht
worden. Und ich habe gedacht, dass sich im Gelege etwas regt. Schon Tage
zuvor habe ich mit meiner Anwesenheit auf dem Balkon zwei Elstern
vertrieben.
Selbst zwei
Stunden nach dem Geschehen wird er nicht gesichtet.
Wo ist er und
warum hat er ihr in einer so brenzlichen Situation nicht geholfen?
Vielleicht
sind sie ja ein ganz junges Vogelpaar denen die Erfahrung fehlt.
Warum
unterstützt Alfred seine Erna so wenig beim Brutvorgang, jedenfalls in
dieser Phase?
Ich lass mich
jetzt öfters auf dem Balkon sehen, ich, der Vogeleierretter.
Drama:
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Alfred konnte nicht helfen, aber das habe ich erst am späten
Nachmittag mitbekommen. Alfred hatte eine halbe Stunde vor meiner
Elsterbekanntschaft sein Leben im Kampf mit mehreren Elstern verloren. |
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Er lag mit durchgebissenem Genick unterm Baum, an der Stelle, von wo er
sonst das Nest kontrollierte, Eine Nachbarin erzählte es mir am Abend.
Er hat gekämpft wie ein ganzer Mann und das Kampfgeschrei war in der ganzen
Nachbarschaft zu hören.
Was nun?
Elstern fliegen in der Nachbarschaft, sind aber scheu und lassen sich durch
Klatschen verjagen. Wie lange können wir die Stellung so halten?
Habe ihr ein Paar Mehlwürmer in Sichtweite gelegt. Und was macht sie? Nach
wenigen Sekunden Schnappt sie sich einen, fliegt in die Pinkelpause und
kommt nach vier Minuten wieder.
Sie nimmt von mir nur indirekt, aber immerhin etwas an. Dies ist aber bis
jetzt nur einmal passiert. Das sind schon E r f o l g e ! Und das am 12.
Bruttag. Morgen schlüpfen sie vielleicht,
13. Bruttag am 17.04.08: 5 X Elstern verklatscht.
Dann, 18.00 Uhr, das erste Küken ist da, eine halbe Stunde später das
zweite. Erna hat sofort die leere Eierschale weggeschafft und mit der
Fütterung begonnen.
Nächsten Morgen das dritte Küken. Erna füttert mit Regenwürmern.
Elstern machen Kontrollflug und ich bin auf der Hut.
Erna fliegt jetzt öfters etwa 20 m auf die Wiese und kommt mit vollem
Schnabel Regenwürmern wieder. Meine Schale, handvoll mit Mehlwürmern, rührt
sie nicht an. Noch nicht!
Freitag, 18.04.08,
gegen 10.00 Uhr das 4. Küken.
Dann ½ Stunde später die ersten zarten Piepser.
Erna füttert jetzt öfters. Ob das gut geht ohne Alfreds Hilfe?
12.35 Uhr : Plötzlich lag ein Kleines außerhalb des Nestes.
Es war tot. Erna schafft es nicht alleine. Die Natur hatte hier seine
Automatik eingebaut.
14.45 Uhr : Erna wird beim Futtersuchen attackiert und ich klatsche die
Elster weg. Sie wollen unbedingt den fetten
Wurm aus Ernas Schnabel klauen.
Und jetzt erlebte ich zum ersten mal ein Kuriosum. Da sie weiterhin von der
Elster beobachtet wird fängt sie plötzlich an zu laufen wie ein Star, zu
hoppeln wie ein Star und bewegt sich mit diesem Laufstil langsam auf das
Nest zu, und als sie dann nach etlichen Minuten überzeugt war das der Himmel
sauber ist, fliegt sie auf das Nest. Ich dachte im ersten Moment, Erna sei
verletzt.
Dieses Täuschungsmanöver hat jedenfalls bewirkt, dass bisher 15 Stunden das
Interesse der Elstern verflogen war.
Auch beim nächsten Futtergang machte sie Starbewegungen. Ich helfe ab und zu
mit Pinzette und Mehlwürmern , wenn Eines den Schnabel aufreißt und Erna auf
Shopping ist.
Sonnabend , 19.04.08,
das letzte Küken ist geschlüpft. Zuerst hatte ich vermutet, dass sie das
letzte Ei als Wärmflasche benutzt. Mal abwarten, ob sie jetzt mit 4
Miniamseln zurechtkommt?
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kurzer Pfiff, vier Schnäbel gehen hoch und
knips.
„ Erna – Quartett „ |
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Die dritte Wäsche, die Erna erlebt verlief fast reibungslos, fast. Ich hänge
die Wäsche auf den Trockner, - Erna kommt – und füttert ihre Kinder wie
immer. Plötzlich schimpft mich ein Amselmann, den ich ab jetzt Paul nenne,
drei Meter vom Balkon entfernt, aus. Wer so seine Rivalen attackiert, hat
schon zusammen gevögelt, zu mindestens geschnäbelt, denke ich.
War das etwa schon Ernas neue Eroberung ?
Die Mehlwürmer, die ich nicht in die kleinen Schnäbel getroffen habe,
verfüttert sie oder frisst sie selber. Die weißen Kugeln, die ihre Küken
hinten heraus ablassen, so groß wie eine Knallerbse, schluckt sie selbst.
Die kleinen wackeln tüchtig unter dem Gefieder. Erna sperrt dann manchmal
den Schnabel auf, als wenn sie „aua“ sagen will.
Erna wird jetzt ab und zu mit Paul gesichtet. Füttert die Jungen, fliegt zu
Paul und kommt schon nach einer Minute ins Nest zurück.
Das sie kurz nach dem Füttern wieder ausfliegt, wiederholt sich nun öfters.
Einmal auch dreimal hintereinander.
Die Küken sind jetzt nicht mehr so gierig, sind vielleicht satt. Ist das
etwa ein Zeichen dass Paul jetzt heimlich aushilft ?
Die Regenwürmer, die sie jetzt bringt, sind in Zentimetersegmente
aufgeteilt, wie ein Rosenkranz. Jeder bekommt hier was er braucht und alle
beißen ab.
Sonntag, 20.04.08,
Die Küken sind jetzt vier Tage alt, haben schon ein dünnes Daunenfell und
werden mit dickeren Regenwürmern gefüttert.
Paul wird am Morgen mit Lockrufen vor dem Balkon gesehen. Da läuft was !
Ich werde eine Überwachungskamera installieren. Erna füttert alle 15
Minuten, wobei sie dabei 5 Minuten für die Futterbeschaffung braucht.
Nachts scheinen alle zu schlafen, um so intensiver werden die Kleinen am
Morgen gefüttert. Wenn Erna ausfliegt, um Futter zu holen, fliegt sie ganz
tief am Boden, so dass ihr Schwanz fast den Boden berührt. Das ist Taktik.
Montag, 21.04.08,
heute früh Elstern- Kontrollflug. Konnten erfolgreich vertrieben werden. Der
kleine Nachzögling ist einen Zentimeter kürzer. Erna fliegt jetzt fast
ununterbrochen und ab und zu legt sie auf den Rückweg wieder den Stargang
ein.
Wenn man bedenkt, dass normalerweise für die Fütterung der schnell
wachsenden Jungvögel zwei Eltern erforderlich sind, bekomme ich Bedenken,
dass Erna das alleine schafft. Mein Nachbar Klausi bringt morgen Regenwürmer
mit.
20.00 Uhr, Paul in ihrer Nähe gesehen. Sie waren zwar nicht zusammen, aber
aus fünf Meter Entfernung wird man sich schon das Nötigste zuzwitschern
können.
Dienstag, 22.04.08,
Erna wird bebalzt, Paul umkreist sie im Gockelschritt. 06.30 Uhr kleine
Amselversammlung auf der Wiese. Wahrscheinlich sind jetzt erst die Zugamseln
zurückgekommen.
Bei den Küken ist das Gefieder zu erkennen. Beim Zufüttern sind mir einige
Mehlwürmer daneben gegangen. Kein Problem, Erna steckt sie anschließend in
die richtigen Trichter.
Die Elstern sind nicht mehr so aggressiv, werden trotzdem verklatscht. Man
belächelt mich schon dafür.
Mittwoch, 23.04.08,
Großes Amseltreffen auf der Wiese. Die Zugamseln sind zurück. Erna hat Mühe,
die nötigen Rationen heranzuschaffen denn die Erde wird trockener, das Gras
wächst und die Würmer verkriechen sich immer tiefer ins Erdreich.
Die Nachmittagssonne trifft jetzt auch aufs Nest. Erna schützt ihre Jungen,
indem sie sich als Sonnensegel über sie stellt, dabei reißt sie den Schnabel
ganz weit auf. Und so verharrte sie mindestens eine halbe Stunde. Ich
werde ihr einen Sonnenschirm besorgen der an der Balkonbrüstung befestigt
wird.
Die Zugamseln fangen jetzt erst an zu balzen, aber das hat Erna schon sechs
Wochen hinter sich. Vor sich auch noch mal?
Donnerstag, 24.04.08,
Nur den kleinen Nachkömmling ( 2 Tage später geschlüpft ), ab jetzt „Elvis“
genannt, kann man von seinen Geschwistern nur unterscheiden weil er beim
Futterbetteln einen Kopf kürzer ist.
Nur Elvis bekommt von mir ab und zu eine Sonderration Mehlwürmer zugesteckt.
Der Balkon ist jetzt mit viel Grün dekoriert. Auch der Sonnenschirm wird
nicht als störend empfunden. Viel Grün, viel Deckung. Erna fühlt sich
sicherer und fliegt jetzt auch auf die Wiese hinter dem Haus.
Durch eine Minikamera habe ich ab heute den ganzen Tag „Erna TV„,
wenn ich will. Für heute brauch ich noch ein schönes Foto von den
„Langhälsen“.
Freitag, 25.04.08,
Die Langhälse erleben heute ihren 9. Geburtstag. Im Fernsehen läuft gerade
„Erna kommt“. Dann fliegt sie auf die Spatzenwiese um Futter zu holen. Das
macht sie 20 Minuten lang im 5 - Minuten –Rhythmus. Danach gönnt sie sich
eine „Fünfzehn“. Später geht es dann im 10 – Minuten – Takt weiter. Wann die
kleinen zu füttern sind und wenn sie ihre Pause machen kann, hat ihr die
Natur eingebläut. Elvis ist nur noch am Haarschnitt zu erkennen. Er hat die
wenigsten Flaumenfedern auf dem Kopf. Die Natur hat den Kleinen aber auch
befohlen, dass sie von mir nichts mehr annehmen dürfen. Jedenfalls
vormittags nicht. Am Nachmittag sieht die Sache ganz anders aus.
Da fressen sie mir aus der Pinzette.
Erna verfüttert jetzt auch meine Mehlwürmer, Die ich vorher in den
Blumenkasten gelegt habe. Und das funktioniert auch mit Regenwürmern, die
sie dann wieder aus der Versenkung holt, nachdem sie sich in die Erde
verkrochen
haben.
Krähen lassen sich nicht wegklatschen. Krähen kann man nur mit einem lauten
„K R A A A H“, verscheuchen.
Ich bin der Bodyguard der Elvis- Gruppe.
Sonnabend , 26.04.08,
Erna füttert auch aus dem Blumenkasten, in dem ich vorher eine Hand voll
Würmer gelegt hatte. Wurde sofort nachgeladen.
Die erste Amsel mit Flüggemanieren, drängelt und putzt sich.
Wenn es zu warm ist, sitzt die ganze Familie mit aufgesperrten Schnäbeln im
Nest. Selbst das Einstellen des Sonnenschirmes nimmt sie gelassen.
Nicht mehr lange dann fliegen sie!
Sonntag, 27.04.08,
Es flattert schon im Nest. Noch kann ich bei den Küken keinen
geschlechtlichen Unterschied feststellen. Alle haben graue Schnäbel, gleiche
Federfarbe und keiner hat gelbe Augenringe,
so wie es die Amselmännchen vorweisen.
Die größer werdenden Ausscheidungen werden ab heute ausgeflogen. Erna hat
sich wieder eine Hand voll von meinen Mehlwürmern aus dem Pflanzkasten
geholt und verfüttert sie.
17.30 Uhr, ich war 2 Stunden außer Haus, zwei Nestflüchtlinge werden von
einer aufgeregten Erna auf dem Balkonboden gefüttert und auf den Bäumen
lauern die Elstern.
20.00 Uhr, das Nest ist leer und nur Elvis hüpft auf dem Balkon. Erna
füttert ihn und scheut sich jetzt auch von mir. Nächsten Morgen sitzt Elvis
immer noch und wird gefüttert.
„
Elvis „
Montag. 28.04.08,
Elvis ruft und Erna antwortet. Dann will sie ihm mit einen fetten Wurm auf
die Balkonbrüstung locken, aber er schafft nur 10-cm- Sprünge. Meine
handvoll Mehlwürmer in einer Tasse hingestellt hat Elvis auch schon im
Bauch. Auch die zwei großen Regenwürmer von mir steckt sie ihm in den weit
aufgerissenen Schnabel.
13.00 Uhr, Erna gibt „Elsterwarnung“ vom Kastanienbaum und Elvis verkriecht
sich sofort hinter dem Eimer.
20.30 Uhr , Elvis schafft es jetzt schon auf den Eimer. Erna kommt kurz
schauen wie weit er ist. Dann folgt die zweite Balkonnacht für Elvis.
Dienstag, 29.04.08, 06.00 Uhr,
Erna lockt Elvis mit einem fetten Wurm und zeigt ihm den Weg vom Balkonboden
auf den Eimer, Tisch und Balkonrüstung. Elvis will oder kann noch nicht, übt
aber weiter, putzt sich, fliegt jetzt schon ziemlich sicher auf den Eimer
und wieder herunter und bleibt lange unten sitzen.
17.00 Uhr, Erna hat sich zwei Stunden nicht sehen lassen.
Dann geht alles schnell. Erna kommt, fliegt ihm noch einmal die Etappen vor
und Elvis fliegt hinterher und beide verstecken sich unter einen PKW. Sofort
werden auch zwei Elstern gesichtet, die dann von einer Nachbarin verjagt
werden.
Frau Schramm hat Elvis gerettet.
Nächsten Tag sehe ich, wie Erna mit vollem Schnabel im dichten Ziergesträuch
verschwindet. Aha, dort sitzt der Bub, denke ich mir. Erst zwei Tage
später sehe ich ihn auf der Wiese mit seinem immer noch zu kurzem Schwanz.
Erna wird mit Paul gesichtet mit Einem langen Strohalm im Schnabel. Ein
neues Nest wird also gebaut, nur eben nicht auf meinem Balkon.
Fazit:
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Die Amseldame baut in 2 Tagen das leicht angefangene
Nest fertig.
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Legt innerhalb von 5 Tagen 5 Eier.
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Beginnt nach dem 4. Ei an zu brüten.
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Nach 12 – 13 Tagen schlüpfen die Küken, bis auf Elvis, der
kam 2 Tage später.
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Nach 12 – 13 Tagen flüchten die jungen Amseln aus dem Nest
und werden von den Amseleltern bis zur Flugfähigkeit weiter gefüttert, im
Normalfall, bis auf Elvis, der hat 15 Tage gebraucht.
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Gefressen werden nur Regenwürmer, die meist im Schatten
gesucht werden.
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Unter den Vögeln sind Elstern die schlimmsten Feinde.
Elstern rauben die Eier, die Küken und selbst ein Wurm im Schnabel der
Amselmama wird versucht zu erbeuten. Wie man so was zum Singvogel erklären
kann, ist vielen Menschen unbegreiflich.
Ich habe erlebt, wie es eine allein erziehende Amsel mit der Hilfe von
Menschen geschafft hat, vier Junge bis zur Selbständigkeit groß zu ziehen.
Das waren sechs lehrreiche, interessante aber auch anstrengende Wochen für
mich und ich bin jetzt auch ganz froh darüber, dass auf meinem Balkon, den
ich ab jetzt wieder Loggia nenne, wieder Ordnung einzieht.

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